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Homestory aus dem Ronald McDonald Haus

Ali wächst seit 9 Monaten in unserem Elternhaus auf. Jeden Tag erlebt er eine Menge Abenteuer und hat nun beschlossen, uns daran teilhaben zu lassen.
  • Ali und seine Zwillingsschwester Shazan

    Ali und seine Zwillingsschwester Shazan

  • Hey Leute, ich bin Ali

    Hey Leute, ich bin Ali

  • Darf ich vorstellen: Laura, meine erste große Liebe

    Darf ich vorstellen: Laura, meine erste große Liebe

  • Uschi und ich bei den täglichen Knuddelminuten

    Uschi und ich bei den täglichen Knuddelminuten

Hey Leute, hier schreibt Ali! Heute gibt‘s meine exklusive Homestory für euch. Sie beginnt eigentlich vor vielen, vielen Jahren. Schon damals wussten meine Eltern Zein und Rola, dass Kinder ihr Glück komplett machen würden und gaben über all die Zeit ihre Hoffnung auf eine Familie nie auf. Elf Jahre hat es gedauert bis Mamas Arzt bei einem Ultraschall sagte: „Huch, was ist das denn?“ und das Monitorbild minutenlang konzentriert betrachtete. Dann verkündete er freudig: „Sie bekommen Zwillinge!“. Wie ich meine Eltern kenne, haben sie vermutlich ein paar Glückstränen gespürt und über beide Ohren gestrahlt.

Kurz bevor wir dann auf die Welt kamen, bereiteten wir den beiden aber auch ziemliche Sorgen. Und nicht nur ihnen – eine Klinik nach der anderen sagte Mama und Papa, dass es uns im Bauch nicht gut ginge und prophezeiten ihnen schwere Zeiten. Als Papa Mama zur intensiveren Diagnostik in die Kinderklinik Sankt Augustin brachte, gab es kein Halten mehr. Das medizinische Team holte Shazan und mich ohne zu zögern an die frische Luft und versorgte uns mit allem, was nötig war. Puh! Da war unsere kleine Familie erst einmal fix und fertig.

Am nächsten Tag rief Claudia bei Papa an und sagte ihm, dass ein Zimmer für sie frei wäre. Noch nicht ahnend, wie lange dieses schiefe „J“ sein Zuhause sein würde, schob er Mama vorsichtig mit dem Rollstuhl durch die Eingangstüren des Ronald McDonald Hauses. Heute erzählt er gerne, dass sie damals genau in die Mittagspause platzen, trotzdem herzlich aufgenommen wurden und sich direkt wohl fühlten. Dieser erste Eindruck ist bis heute geblieben. Inzwischen können sie sogar vielen neuen Familien helfen, sich in unserem Haus zurecht zu finden, denn jeder weiß, wo er uns findet: unser Platz ist am Kopf der langen Tafel vor der Wünschewand. Von hier aus habe ich alle im Blick und halte meine Mitbewohner auf Trapp. Für gewöhnlich wachse ich den meisten durch meinen Charme und mein strahlendes Lächeln nämlich so sehr ans Herz, dass sie erst in ihre Autos steigen, wenn sie mir „Auf Wiedersehen“ gesagt haben.

Die einzigen, die das konsequent nicht machen sind Uschi und Laura. Die beiden sind große klasse, denn auch wenn sie Gegenteiliges behaupten, kommen sie jeden Tag extra her um mich zu knuddeln und zu bespaßen. Beim Mittagessen machen sie dann auch dauernd den Scherz mit dem „Ali-Stream“ für die Zeit nach unserem Auszug.

Was? Welcher Zug?!


Dieses Um- und Ausziehen scheint irgendwie eine große Sache zu sein. Ich höre das häufig und habe bisher herausfinden können, dass es mit schweren Taschen oder Koffern, beladenen Autos, langen Fahrten und winkenden Menschen vor unserem Haus zu tun hat. In der letzten Zeit unterhalten sich sogar meine Eltern darüber. Vielleicht ist ein Auszug ja ansteckend? Hm, …ich werde das beizeiten recherchieren.

Jetzt gehen wir aber erstmal Shazan abholen. Sie darf neuerdings ab und zu aus ihrem Zimmer. Das ist prima, denn lange Zeit durfte ich meine kleine Schwester gar nicht sehen und unsere Eltern mussten sich aufteilen, um uns zu betreuen. Denn sie und ihr schwaches Herzchen kämpfen seit neun Monaten auf Station 4 um jedes Gramm mehr auf der Waage, damit sie wieder ganz gesund wird und auch in unser Zuhause ziehen darf. Also, …ich meine natürlich hier ins Ronald McDonald Haus!

Alles Liebe, euer Ali

Aus unserem Gästebuch