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Schritt für Schritt

Theo ist ein echter Strahlemann und hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen, so wie es sich für einen vierjährigen kleinen Draufgänger gehört. Seine Eltern Martina und Henry sind so stolz auf ihn, dass er seine Lebensfreude trotz der vielen Strapazen nicht verloren hat und seinen Weg mit einem Lächeln im Gesicht Schritt für Schritt weitergeht, wie ein echter Kämpfer.

Bis zu seinem dritten Geburtstag galt Theo als gesundes Kind. Er tobte gern mit seiner großen Schwester Mia, sprang durch Pfützen und spielte im Garten mit seinem Hund. Heute undenkbar, denn Theo hat einen sehr seltenen Immundefekt – septische Granulomatose. Als Theo sich im Oktober 2019 beim Spielen einen Splitter einfing, änderte sich das Leben der Familie aus Mecklenburg- Vorpommern schlagartig. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass selbst kleinste Bakterien und Pilze lebensbedrohlich für ihn sein können.

Durch den Immundefekt werden Fremdkörper nicht abgewehrt. Theos Mama Martina entfernte den Splitter zwar schnell, was aber darauf folgte, vermag man kaum in Worte zu fassen: Die Bakterien breiteten sich im Körper aus und Theos Zustand verschlechterte sich zunehmend. Nach zwei Wochen erlitt er eine lebensbedrohliche Sepsis, sämtliche Organe waren angegriffen. Er kämpfte fünf Wochen auf der Intensivstation in Neubrandenburg um sein Leben und musste etliche Male operiert werden. Eine Untersuchung folgte der nächsten und unendlich viele Blutproben mussten entnommen werden. >Theo war ganz zerstochen<, erzählt Martina. Erst im Januar 2020 stand die Diagnose fest.

>Wir wurden sofort nach Berlin in die Charité überwiesen und aufgeklärt, was das für Theos Leben bedeutet. Was für andere Kinder selbstverständlich scheint, ist für Theo tabu. Wir leben seither sehr isoliert. Die einzige Möglichkeit, ihm ein Leben ohne Einschränkungen zu bieten, war eine Stammzellentransplantation. Ob das der richtige Schritt war, wissen wir nicht. Aber wir hatten solche Angst um ihn und wollten ihn nicht in Watte packen. Wir starteten sogar eine DKMS-Spendenaktion. Für Theo war zwar niemand mit dabei, aber vielleicht können wir damit anderen helfen.<

Im November war es dann so weit. >Es war ein krasses Gefühl zu wissen, dass jemand seine Zellen schenkt, um Theo zu helfen. Wir sind so dankbar dafür.< Mitte Dezember durfte Theo im ersten Schritt zu seiner Mama ins Elternhaus ziehen, wo er sich erstmal von der Transplantation erholen musste. Zum Geburtstag seiner großen Schwester Mia durfte er aber nach Hause, so wie er es sich gewünscht hatte. Denn Mia vermisste ihren kleinen Bruder ganz schrecklich und wünschte sich, dass er beim Kerzenausblasen neben ihr sitzt. >Wir haben uns damals geschworen, wir gehen da zusammen rein und auch zusammen wieder raus!<, erzählt die 30-Jährige tapfer. Nun genießen sie erst einmal die Zeit zu Hause. Wie es dann weitergeht, ist leider aber noch ungewiss.