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Unser
Ronald McDonald Haus
Essen

Familie werden im Zuhause auf Zeit

Wir sind Emilia, Anika und David – eine kleine junge Familie aus Hannover. Im November 2020 waren wir das erste Mal zu Gast im Ronald McDonald Haus Essen. Unsere Tochter Emilia war zu diesem Zeitpunkt 6 Wochen alt und wir hatten gerade erst die Hiobsbotschaft erhalten, dass sie mehrere Retinoblastome hat, also an Augenkrebs erkrankt ist. Es brach für uns eine unglaublich schwere Zeit mit vielen Höhen und Tiefen an. Dabei wollten wir doch nur eine Familie sein und mussten uns als 3er Gespann erst noch gegenseitig Kennenlernen und Zusammenwachsen.

Emilia, Anika und David – eine kleine junge Familie aus Hannover

Anfangs waren wir alle 4 Wochen zur Chemotherapie und Augeninspektion an der Uniklinik, danach alle 2 Wochen. Obwohl wir monatelang wie die Löwen gekämpft haben, musste im Juli leider Emilias rechtes Auge entfernt werden. Seit dem sind wir im 3 Wochen Rhythmus in Essen.

Da Emilia immer noch sehr klein und die A2 eine unberechenbare Autobahn ist, benötigen wir stets eine Bleibe für unsere Aufenthalte und haben im Ronald McDonald Haus ein zweites Zuhause gefunden.

Es sind die Kleinigkeiten, die das Haus zu einem so herzerwärmenden Ort machen – Corona und Pandemie hin oder her. Auch wenn wir in  der Klinik viele sehr schwere Momente erlebt haben, geben einem das kunterbunte Haus und die Menschen die dort wohnen bzw. arbeiten ein Gefühl der Geborgenheit. Wir erinnern uns an viele Momente, die uns auch heute noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Angefangen vom gemeinsamen Frühstück oder Mittagessen, einem flapsigen Plausch vor dem Büro und nicht zu vergessen die süßen Geschenke die Emilia im Haus bekommen hat. Die unerschöpflich positive Energie der Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen sowie der Austausch mit den anderen Familien in ähnlichen Situationen hat uns immer wieder Kraft gegeben.

Auch der ein oder andere Quetschi oder eine Banane hier und da haben uns so manchmal „das Leben gerettet“, wenn wir für Emilia das Obstgläschen vergessen haben oder auf dem Heimweg stundenlang im Stau standen und es ohne Essen eine Meckertirade von der jungen Dame gegeben hätte.

Da die Krankheit erst in ein paar Jahren endgültig ausgestanden ist, stehen uns noch einige Touren in die Klinik bevor und wir würden uns freuen weiterhin im Ronald McDonald Haus zu Gast sein zu dürfen.

15.12.21