Familiengeschichte Arlo – Ronald McDonald Haus Hamburg-Eppendorf
MDK mdk-logo
Haus Hamburg-Eppendorf
Unser
Ronald McDonald Haus
Hamburg-Eppendorf

Alle gemeinsam für Arlo: Wenn Mitbewohner Familie werden

Die Geschichte von einem jungen Paar aus Schleswig-Holstein und ihrem kleinem Sohn

Ein dunkler düsterer Februarabend. Straßen und Gehwege sind vereist, ganz langsam geht ein junges Paar vom UKE kommend die Robert-Koch-Straße entlang. Bloß nicht jetzt noch hinfallen…jetzt, wo alles geschafft ist!! Janina M. zu ihrem Mann Matthis: >Halb zwölf. Da ist heute bestimmt keiner mehr wach.<  Während sie die Schlüssel aus der Tasche kramt, entgegnet er, vor der Eingangstür stehend: >Falsch… volles Haus. Alle noch in der Küche. Die wollen wohl alle wissen, wie es Arlo geht!<

Die glücklichsten Eltern der Welt: Arlo darf nach Hause!
Bei meiner Mama ist es sooo gemütlich!
Kleiner Mann ganz groß!
ENDLICH!

Kaum sind die beiden im Flur des Ronald McDonald Hauses, stürmen auch schon die Ersten aus der Küche. >Und? Wie lief es?< - >Hat die Transplantation geklappt??< Matthis, immer einen Schalk im Nacken, sagt nur betont lössig: >Nö!< Da kann seine Frau aber schon nicht mehr an sich halten, springt hinter ihm hervor und ruft: >Ja…….. es war das passende Spenderorgan! Arlo hat heute eine neue Leber bekommen!!!<. Und sechs Menschen, die sich vor rund zwei Monaten noch nicht einmal kannten, lachen, umarmen sich, verdrücken die eine oder andere Träne und sitzen noch bis 2.30 Uhr zusammen, um gemeinsam die Gefühle dieses Tages zu teilen. Hier ist Arlos Geschichte.

Arlo erblickte am 11. Januar 2026 das Licht der Welt. Ein absolutes Wunschkind, denn nach sieben Jahren glücklicher Beziehung fand Janina, dass es da Zeit wäre für eine Veränderung. 3,5 Kilo schwer, 54 cm groß, kam Arlo im Klinikum in Heide auf die Welt. Obwohl es ihr erstes Kind war, fühlte die frischgebackene Mutter von Anfang an, dass irgendetwas nicht stimmte. Der Kleine schlief sehr, sehr viel, war dann aber wieder unruhig und trank nur wenig.

Die ersten medizinischen Untersuchungen zeigten kleine Auffälligkeiten, aber nichts Dramatisches. Vermeintlich. Denn am Abend hörte die behandelnde Ärztin zufällig den Podcast >Expertise-Piraten – Kindermedizin zum Hören<, in dem die Leiterin des KINDER-UKE’s, Prof Ania C. Muntau, über die Auswirkungen von schweren angeborenen Stoffwechselfehler berichtete. Die Ärztin in Heide (Name leider unbekannt) veranlasste sofort einen Ammoniak-Test. Der fiel positiv aus, Arlo hatte sogar so dramatisch hohe Werte, dass sofort seine Verlegung ins KINDER-UKE nach Hamburg veranlasst wurde. Im Schneesturm wurde der nur zwei Tage alte kleine Junge im Krankentransport nach Hamburg gefahren.

Die Eltern blieben zurück in Heide, denn bei Janina lag noch immer die sogenannte >PDA<, eine rückenmarksnahe Regionalanästhesie, die erst entfernt werden musste. Nach der viertägigen Zwangstrennung von ihrem Kind ging es für das junge Paar erst für sechs Tage in ein kleines Hotel in Harvestehude, dann wurde endlich ein Platz im Ronald McDonald Haus für sie frei. Eine Riesenentlastung, denn die Wochen bis zur Transplantation waren nicht leicht. Der kleine frischgeborene Erdenbürger musste fünf Wochen jeden Tag zur Dialyse. Zweimal erhielten die Eltern vergeblich einen Anruf für das passende Spenderorgan, das dann aber doch nicht das Richtige für Arlo war. 

Mittlerweile wiegt Arlo 5,7 Kilo und ist 60 cm groß. Seine Entlassung steht jetzt im Mai 2026 kurz bevor. Er hat so vieles mit Bravour bestanden und überstanden, trotzdem hat die Krankheit Spuren hinterlassen. Mehrmals wollte der kleine Körper aufgegeben, doch irgendwie bekam Arlo immer wieder die Kurve. Vielleicht einfach, weil er neugierig ist auf sein Leben mit seiner Mama Janina und seinem Papa Matthis. Das Paar strahlt eine unglaubliche Ruhe und tiefe Verbundenheit aus. Im Miteinander haben sie ihren ganz festen Tagesablauf hier in Hamburg. Und: Aus Mitbewohnern wurden Freunde, fast Familie. Janina und Matthis: > Hier im Ronald McDonald Haus müssen wir nichts erklären. Jeder weiß sofort, was gemeint ist. Versteht, warum eine Mini-Veränderung für uns ein Riesenfortschritt sein kann. Wir haben keine Ahnung, wie wir diese Situation ohne das Mitfühlen und das Miteinander anderer Betroffener überstanden hätten<. 

Fragt man ChatGPT, die künstliche Intelligenz, was der Name >Arlo< eigentlich bedeutet, antwortet die: >Arlo — der kleine Junge, der trotz allem feststand wie ein Hügel im Sturm.< Dem ist in diesem Fall fast nichts mehr hinzuzufügen. Nur: Alles Gute lieber Arlo, für Deine Zukunft!

02.06.2026