MDK
Ein kleiner Junge, 9 Jahre, läuft hinter einem laut juchzenden Mädchen her, das im Sauseschritt mit dem Bobbycar aufs Gartentor zufährt. >Ariana! Stopp!< Liebevoll nimmt er seine Schwester in den Schwitzkasten und bringt sie lachend zu seinen Eltern, die auf der Terrasse des Ronald McDonald Hauses sitzen. Gleich kommt ein Taxi und fährt die Familie zum Flughafen, von wo es heimgeht nach Bulgarien. Kaum zu glauben, dass Yasen noch vor acht Monaten keine Haare auf dem Kopf hatte und schüchtern, matt und kraftlos mit seiner Familie ins Ronald McDonald Haus zog. Anfang 2025 kamen sie nach Hamburg ins UKE, wo Yasen sich einer Knochenmarktransplantation unterziehen musste. Seine kleine Schwester Ariana war zu diesem Zeitpunkt noch ein Baby und konnte nur krabbeln.
Papa Velichko und Mama können es immer noch kaum glauben, dass sie es nun überstanden haben. So sehr sie sich nach 217 Tagen nach Hause sehnen, sie lassen auch ein Stück Zuhause in Deutschland. Für Ariana, die im Ronald McDonald Haus laufen lernte und sich fast gar nicht mehr an ihre bulgarische Heimat erinnern kann, ist es >ihr< Zuhause. Yasen: >Ariana wird denken, wir machen Urlaub bei Opa in Bulgarien und fahren bald wieder nachhause – nach Deutschland<. Aber apropos Opa! Yasen, der gerne malt und später einmal Künstler werden möchte, kocht auch sehr gerne. Er kann es kaum erwarten, seinen Großeltern ein Schmorgurkengericht zu kochen. Das lernte er an einem der Verwöhnabende von einem ehrenamtlichen Team kennen und war mehr als erstaunt, dass man tatsächlich auch Gurken kochen kann! Was wäre die Welt ohne deutsche Schmorgurkengerichte? Welches Yasen nun seinen Großeltern kochen wird. Auch auf diese Weise hinterlässt ein Aufenthalt im Ronald McDonald Haus Spuren…
Im Gästebuch des Elternhauses schreibt Familie Kralev: >Home away from home! Das Ronald McDonald Haus ist aber noch so viel mehr für uns: Ein besonderer Ort, wo wir 217 Tage lang Unterstützung, Freundschaft, Sicherheit, Frieden, Ruhe der Gedanken und Hoffnung gefunden haben!< Und da steht auch das Taxi vor der Tür. Yasen nimmt seine kleine Schwester an die Hand und sprintet los. Alle vier gucken noch einmal zurück, aus allen Stockwerken winken aus den Apartments die Familie. Diese liebenswerte und immer freundliche und hilfsbereite Familie wird keiner so schnell vergessen!
Alles Gute kleiner großer Yasen!
04.11.2025