Haus Hamburg-Eppendorf
Unser
Ronald McDonald Haus
Hamburg-Eppendorf

Mein Bruder Leon: Der tapferste große Bruder der Welt

„Hallo, mein Name ist Liya! Ich bin fast neun Monate alt und wohne seit Juni zusammen mit meiner Mama im Ronald McDonald Haus Hamburg-Eppendorf. Mir gefällt es hier richtig gut. Ganz häufig sitze ich in meinem kleinen Federwipper in der großen Küche während meine Mama Sabrina kocht. Von da habe ich einen richtig guten Blick und mir entgeht nichts. Die allermeisten Kinder und Erwachsenen bleiben kurz stehen, wenn ich sie anlächele und unterhalten sich mit mir. Ich verstehe fast alles, aber ich glaube, die Leute verstehen meistens nicht, was ich ihnen erzähle. Egal, Spaß macht es mir trotzdem und dann vergeht die Zeit meistens auch etwas schneller. Denn eigentlich sind meine Mama und ich nur hier im Ronald McDonald Haus, weil es meinem großen Bruder Leon so schlecht geht. Was er wirklich hat, erzählt mir keiner. Aber wenn Mama und Papa sich unterhalten, dann reden sie ganz häufig von einer KMT-Station. Muss irgendetwas mit Knochenmark zu tun haben. Und ich glaube, dem Leon geht es wirklich nicht gut. Sonst würde er ja nicht freiwillig drei Monate im Krankenhaus bleiben und der Papa jede Nacht bei ihm schlafen, damit er dort nicht so alleine ist.“

Die kleine Liya
Der tapfere Leon
Leon und ich
We are family

Das ist die Geschichte der kleinen Liya Dollowski. Zumindest ihre Sichtweise: Die Geschichte einer kleinen Schwester und ihrem großen Bruder Leon, der mittlerweile sieben Jahre alt ist. Leon erkrankte kurz vor Weihnachten 2017 an akuter lymphatischer Leukämie. Nur knapp vier Wochen nachdem er großer Bruder wurde, denn am 7. November wurde seine kleine Schwester Liya geboren. Als seine Mutter Sabrina das erste Mal mit ihrem Sohn zum Arzt ging, wurde eine starke Bronchitis vermutet. Doch nachdem sich die nächtliche Atemnot zunehmend verschlimmerte, musste er dreimal nachts mit dem Rettungswagen in das Klinikum Bremen Nord gebracht werden. Von dort aus wurde er anschließend in die Prof-Hess-Kinderklinik zur weiteren Untersuchung verlegt.  

Und so ging es nach meiner Geburt weiter

„Ich war kaum vier Wochen auf der Welt, als Leon nachts gar keine Luft mehr bekam. Drei Tage hintereinander ist ein roter Arztwagen nachts zu uns gekommen, hat Leon und den Papa mitgenommen. Mit lauten Tatütata sind sie dann mit Leon weggefahren. Mama ist bei mir geblieben und hat ein bisschen geweint – aber nur, wenn sie dachte, dass ich es nicht mitbekomme. Mein erstes Weihnachten, das Fest, wo man so ganz viele Geschenke bekommt und auspackt, und sich alle freuen, haben wir auch nicht zuhause gefeiert, sondern in der Prof-Hess-Kinderklinik bei Leon. Da waren wir endlich mal alle vier als Familie zusammen. Dann habe ich Leon ganz lange nicht mehr gesehen.“

Für die Eltern, Sabrina und Rafael, ein Spagat sondergleichen. Hier das kleine Baby, kaum fünf Wochen alt, dort der >Große<, der aber seine Eltern mehr als jemals zuvor brauchte. Die Diagnose brachte zwar endlich Klarheit, was sich hinter seiner Atemnot verbarg, doch gleichzeitig stand damit auch fest, dass vor der vierköpfigen Familie ein langer Weg liegen würde. Die Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie startete noch vor Weihnachten 2017 mit einer starken Chemotherapie. Mehrere Behandlungsintervalle folgten, doch im April 2018 stand fest, dass nur eine Knochenmarkstransplantation Leon wirklich helfen würde. Die Suche nach dem genetischen Zwilling und lebensrettenden Knochenmark hatte begonnen. Und Leon hatte Glück. Innerhalb allerkürzester Zeit konnte für ihn ein passender Spender gefunden werden. 

Seit dem 8. Juni 2018 ist er in der Werner und Michael Otto Universitätsklinik, kurz Kinder-UKE, in Behandlung und seine Mutter und seine Schwester Liya wohnen im Ronald McDonald Haus. Die Zeit der Eltern ist genau getaktet. Nachts schläft sein Vater Rafael bei ihm, Mittags ist Schichtwechsel und die Mama übernimmt. 

Wir lernen uns langsam kennen

„Aber neulich, da sind wir nachmittags in den UKE-Park gefahren und der Papa ist mit Leon aus diesem komischen Krankenhaus rausgekommen. Er saß im Rollstuhl und trug so einen Mundschutz an. Ich habe ihn erst gar nicht wiedererkannt. Er mich aber auch nicht. Er hat nur zu Mama gesagt: „Mann, ist die groß geworden!“ Na, logisch. Was denkt der denn? Das ist nämlich mein größter Wunsch: Ganz schnell groß werden und laufen lernen. Und dass Leon endlich gesund wird und richtig aus dem Krankenhaus rauskommt. Damit wir endlich zusammenspielen können und er mir alles zeigen kann, was er schon kann. Ich glaube nämlich, ich habe echt einen ganz tollen großen Bruder!!!“

22.11.2018
 

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