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Ronald McDonald Haus
Köln

Zuhause ist da, wo die Familie ist!

Die tapferen Zwillinge Eren und Eray haben nach ihrer viel zu frühen Geburt schon so viel durchmachen müssen: 14 Wochen haben sie in Krankenhäusern verbracht, mussten mehrere Not-OPs über sich ergehen lassen und waren tagelang voneinander getrennt. Endlich wieder zusammen war klar: Zuhause ist da, wo die Familie ist. Und ihre Familie konnte während der schweren Zeit im Ronald McDonald Haus ein Stück Heimat erfahren.

Die ganze Familie zusammen: Silvester im Kinderkrankenhaus.
Die ganze Familie zusammen: Silvester im Kinderkrankenhaus.
Eren passt auf seinen kleinen Bruder auf.
Eren passt auf seinen kleinen Bruder auf.
Alle Kinder auf einem Fleck.
Alle drei Kinder auf einem Fleck! Für Mama Nurhan das größte Glück.

Müde aber glücklich sitzt Nurhan Daloglu im Aufenthaltsbereich des Ronald McDonald Hauses. Ihre Müdigkeit ist ihr heute kaum anzusehen – dabei hat sie noch bis vier Uhr morgens am Krankenbett ihrer Zwillinge Eren und Eray gesessen. Der Stress der vergangenen Monate scheint plötzlich von Nurhan abgefallen zu sein, denn heute darf ihre Familie endlich nach Hause! Der Schlüssel für ihr Apartment, in dem sie in den vergangenen 14 Wochen gewohnt hat, ist bereits abgegeben und die Zwillinge sind startklar. Jetzt wartet sie nur noch auf ihren Mann, der sie und die Kinder abholen kommt. „Ich freue mich so sehr darauf, endlich wieder nach Hause zu kommen und alle meine Lieben an einem Ort zu haben.“ In der vergangenen Zeit war diese Selbstverständlichkeit ein seltener Luxus.

Kein leichter Start

Von Anfang an hatte Nurhan keine leichte Schwangerschaft mit den Zwillingen. In den ersten drei Monaten war ihr ständig übel und auch danach hatte sie immer wieder Beschwerden. „Ich wusste, dass die Zwillinge früher kommen würden, aber so früh habe ich nicht erwartet“, erzählt Nurhan. „In der 26. Schwangerschaftswoche bekam ich dann ganz plötzlich mitten in der Nacht einen Blasensprung.“ Nurhan und ihr Mann sind dann sofort nach Solingen ins naheliegende Krankenhaus gefahren, doch dort war man nicht spezialisiert auf Frühchen unter der 29. Schwangerschaftswoche. „Wir wurden dann direkt nach Köln Holweide verlegt, wo man mit der Geburt noch so lange wie möglich warten wollte. Doch bereits am nächsten Tag bekam ich Wehen, sodass die Zwillinge kurz darauf per Kaiserschnitt geholt wurden“, erzählt Nurhan. „Das Gewicht der Kleinen war für ihr Alter in Ordnung: Eren hatte ein Startgewicht von 958g und Eren von 892g. Da hatten wir noch großes Glück.“

Nurhans große Tochter Ece ist letztes Jahr in die erste Klasse gekommen. Da sie weiterhin Schule hatte, musste sie mit dem Papa daheim in Solingen bleiben. „Das allein war schon hart für mich, dass ich mit den Zwillingen in Köln war und ich nicht bei meiner Tochter sein konnte“, erzählt Mama Nurhan. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Der kleine Eray hatte kurz nach der Geburt sehr viel Blut im Urin. Zwei Tage lang beobachtete man ihn, bis es nicht mehr weiterging. Kurz vorm Nierenversagen wurde er zunächst in die Kinderklinik Amsterdamer Straße verlegt. Da sich sein Zustand auch dort nicht verbesserte, wurde er in die Uniklinik nach Bonn verlegt. „Insgesamt neun Tage lag Eray in Bonn. Das war für mich die schlimmste Zeit“, so Nurhan. „Meine große Tochter war in Solingen, ich lag mit Eren in Köln in der Kinderklinik Amsterdamer Straße und mein Kleinster war in Bonn. Es war ein Alptraum, dass alle meine Kinder so weit verteilt waren.“

Auch Eren war in dieser Zeit sehr unruhig. „Man hat ihm richtig angemerkt, dass er seinen kleinen Bruder vermisst hat, denn er hat immer seine Nähe gesucht“, so Nurhan. „Jeden Nachmittag kam mein Mann aus Solingen nach Köln, um mich nach Bonn zu Eray zu fahren.“ Die große Schwester war natürlich immer mit dabei. „So haben wir uns wenigstens jeden Tag sehen können“, erzählt Nurhan. „Zum Glück war der Arbeitgeber meines Mannes so verständnisvoll. Mein Mann hat in dieser Zeit in Teilzeit gearbeitet. So konnte er Ece morgens in die Schule bringen und sie auch mittags wieder abholen. Das war auch für ihn eine sehr stressige Zeit.“

Ein kleines Stück Heimat

Es stellte sich heraus, dass Eray eine beidseitige Nierenthrombose hatte. In Bonn konnte ihm auch nicht wirklich geholfen werden, doch immerhin waren seine Nierenwerte wieder stabil, sodass er nach neun Tagen nach Köln zurückverlegt werden konnte. „Es ist wirklich erstaunlich, aber der große Bruder Eren schien richtig glücklich darüber zu sein, dass sein kleiner Bruder Eray wieder bei ihm war. Kaum lagen die beiden nebeneinander, hat Eren ihn sofort umarmt.“

Auch von Nurhan ist eine große Last abgefallen, als die Zeit der Trennung endlich vorbei war.

„Ich weiß nicht, wie ich diese schwierige Zeit des Pendelns ohne das Ronald McDonald Haus überstanden hätte“, erzählt Nurhan. „Zum Glück habe ich kurz nach der Einlieferung in die Kinderklinik Amsterdamer Straße ein Apartment beziehen können. Das hat vieles wesentlich leichter gemacht“, so Nurhan. „Wir haben es immer sehr zu schätzen gewusst, was uns dort angeboten wurde. Es war ein Stück Heimat für uns! Die Wochenenden waren besonders schön, wenn mein Mann und meine Tochter mit im Haus wohnen konnten. Dann waren wir endlich alle zusammen. In den Ferien konnte meine Tochter sogar ganz bei mir wohnen. Mein Mann kam dann jeden Tag nach der Arbeit nach Köln.“ Auch Weihnachten hat die Familie im Ronald McDonald Haus verbracht: „Die lieben Mitarbeiter dort haben an alles gedacht, es wurde alles so nett geschmückt, es gab kleine Geschenke, es wurde viel gebacken - es hat uns nichts gefehlt.“

Die Zwillinge haben gut zugenommen, allerdings hatten beide Jungen einen Leistenbruch und mussten deshalb beide operiert werden. Doch bei Eray gab es erneut Komplikationen: Sein Darm hatte sich eingeklemmt, sodass er per Not-OP beidseitig an der Leiste operiert werden musste. Eren wurde planmäßig operiert, sodass die Familie schon kurz darauf endlich nach Hause durfte!

Das Glück währte jedoch nicht lange. Erays Augenwerte waren nicht gut und sollten noch einmal nachkontrolliert werden. Bei der Nachkontrolle hat sich herausgestellt, dass Erays Augen gelasert werden mussten.

„Keine zwei Wochen nach der Entlassung waren wir wieder stationär in der Kinderklinik“, berichtet Mama Nurhan. „Das war erstmal ein Schock für uns, denn wir hatten ja gar keinen richtigen Start zu Hause. Doch es war schon mal eine große Erleichterung, dass ich auch dieses Mal wieder ein Apartment im Ronald McDonald Haus beziehen durfte. „Einen Tag nach der Laser-OP sollten wir eigentlich entlassen werden, doch Eren, der ja eigentlich gar nicht der Patient war, war so unruhig und schien große Schmerzen zu haben.“ Nurhan hat ihren Sohn vorsichtshalber kontrollieren lassen. Dabei hat sich herausgestellt, dass er einen Wasserbruch hatte und umgehend operiert werden musste. „Dieses Mal wurde Eren an der anderen Leiste operiert. Doch er hat sich wirklich schnell von dem Eingriff erholt, sodass wir heute schon vorzeitig entlassen werden“, so Nurhan.

Mit einem Gewicht von 3.250 g und 2.740 g dürfen die tapferen Zwillinge Eren und Eray nun endlich nach Hause! Wir wünschen der Familie eine gute Heimreise und freuen uns, dass jetzt endlich alle zusammen sein können.

21.03.2019

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