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Die Geschichte von Roman und seiner Mama Anja ist eine traurige. Und doch ist sie eine Geschichte der Hoffnung. Eine Geschichte von Liebe und der unglaublichen Stärke, auch in der schwersten Trauer nicht aufzugeben und weiterzumachen.
Ein unerwartetes Glück – so beschreibt Anja ihre Schwangerschaft mit Roman. Voller Vorfreude machte sie sich bereit, ihr kleines Wunder kennenzulernen. Dann der Schock: bei einem Untersuchungstermin teilte der Arzt Anja mit, dass ihr Baby nicht gesund sein würde. Schnell war klar, dass das Kind in einer Spezialklinik auf die Welt kommen müsse. Anja entschied sich für das Leipziger Universitätsklinikum, weil sie selbst dort geboren wurde. Und so erblickte Roman am 17. März 2023 per Kaiserschnitt in der 32. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt – jedoch mit einer Plexuszyste und einer rupturierten Riesenomphalozele, bei der die Bauchorgane ungeschützt freigelegt waren.
>In den folgenden Monaten musste ich mein Vertrauen zur Versorgung von Roman in viele Hände legen. Ärzte, Schwestern, Physiotherapeuten und Logopäden<, erzählt Mama Anja. >Dass der Start ins Leben für Roman ganz anders werden würde als mit einem gesunden Kind, wurde mir sehr schnell klar.<
Vier Tage nach der Geburt zog Anja dann ins Ronald McDonald Haus Leipzig ein und konnte so jederzeit nah bei ihrem kleinen Kämpfer sein. Tag für Tag war sie für ihren Schützling da.
>Fast ein ganzes Jahr habe ich Roman als seine Mama kennenlernen dürfen. Einen Jungen, der jeden Morgen darauf wartete, dass seine Mama an sein Bettchen kam und mit ihm den Tag verbrachte. Ein Lächeln und der Griff nach meiner Hand genügte manchmal, um unseren Tag perfekt zu machen. Begeistert spielte er mit seinem Mobile und dem kleinen blauen Pferd, welches ich für ihn gekauft hatte. Wie stolz war ich bei unserer ersten Fahrt im Kinderwagen und dem ersten Babybrei, den ich ihm füttern konnte. In diesen vielen Monaten gab es aber auch immer wieder Rückschläge und für mich als Mama hieß es stets: aufrappeln, Tränen wegwischen und weitermachen für meinen kleinen Roman.<
In dieser herausfordernden Zeit fand Anja jederzeit Trost und ein offenes Ohr im Austausch mit den Mitarbeitenden und anderen Familien in unserem Ronald McDonald Haus. Das Elternhaus wurde in dieser Zeit zu einem zweiten Zuhause für die Mutter.
Roman und Anja waren echte Kämpfer. Beide haben jeden Tag alles dafür gegeben, gemeinsam nach Hause gehen zu können. Doch leider fehlte Roman nach fast einem Jahr die Kraft, um weiterzukämpfen. Am 07. März 2024 schlief der kleine Roman für immer in den Armen seiner Mama ein.
Wie stark Anja wirklich ist, bewies sie vor allem nach Romans Tod. Sie suchte sich Unterstützung und Halt von außen, fand Gleichgesinnte mit einem ähnlichen Schicksal, um so nicht an der Trauer zu zerbrechen, sondern stärker daraus hervorzugehen.
>Mit all dem Schmerz, den Tränen und der Verzweiflung wünsche ich mir, dass Roman in Erinnerung bleibt. Verwaiste Eltern zu sein bedeutet, dass die Trauer vielleicht niemals endet, wir jedoch für unsere verstorbenen Kinder weiterleben. Denn genau das wünschen sie sich für uns.<
Fast ein Jahr nach Romans Tod kam Anja erneut im Ronald McDonald Haus vorbei. Trotz der traurigen Umstände war sie voller Dankbarkeit und Verbundenheit zu unserem Haus, das für sie so lange ein Zuhause auf Zeit war. Eine besonders große Dankbarkeit empfindet sie noch heute für die Freundschaften und Beziehungen zu den anderen Familien, die sie hier kennenlernen durfte. Und dafür, dass wir sie damals hier bei uns bedingungslos aufgenommen haben und jederzeit für sie da waren.
Liebe Anja, vielen Dank, dass wir ein Teil Eurer Geschichte sein durften. Die Kraft, die Ihr beide bewiesen habt, ist wirklich unglaublich. Du und Roman, Ihr werdet für immer in unseren Herzen sein!
19.12.2025