Phil-Fiete trotzt allen Hindernissen und entscheidet sich für das Leben – Ronald McDonald Haus Lübeck
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Phil-Fiete trotzt allen Hindernissen und entscheidet sich für das Leben

Lange schien die Schwangerschaft bei Stefanie Rönnau unauffällig zu verlaufen. Doch ab der 20. SSW entwickelte sie eine Präeklampsie (ugs. Schwangerschaftsvergiftung), die eine sofortige klinische Behandlung nötig machte.

Die Familie auf dem Balkon der Klinik während der Behandlungszeit
Phil-Fiete kurz vor der Entlassung aus der Klinik
Die Familie am Tag des Abschieds

Eigentlich hatte sich Familie Rönnau gerade mit ihrem ersten Sohn Lönne-Finjas (2) auf einen Urlaub gefreut. Doch nachdem die Beschwerden von Mutter Stefanie dort immer deutlicher wurden,
brachen sie diesen ab und stellten sich in der Frauenklinik in Lübeck vor. Hier wurde dann die Präeklampsie bei der Mutter diagnostiziert, das Ziel war aber, die Geburt des bis dahin sehr unreifen
Kindes noch etwas hinauszuzögern. Das gelang auch, doch das Kind wuchs zu diesem Zeitpunkt kaum noch, zudem fielen die Herztöne zunehmend immer weiter ab, sodass man sich in der 26.
Schwangerschaftswoche zu einem Notkaiserschnitt entscheiden musste.

Unter der Geburt kam es als Folge der Erkrankung zu einem starken Krampfanfall bei der Mutter, was den Geburtsablauf extrem erschwerte und bei Mutter und Kind eine sofortige intensivmedizinische Versorgung nötig machte. Phil-Fiete war mit einem Geburtsgewicht von 1.040 Gramm sehr klein, hatte bei der Geburt Hämatome erlitten, aufgrund von Lungenblutungen große Schwierigkeiten mit der Atmung und zudem traten ab dem zweiten Lebenstag Hirnblutungen auf. Die Familie musste daher damitrechnen, dass Phil-Fiete die ersten Tage
nicht überleben könnte, gleichzeitig war Mutter Stefanie selbst noch in intensivmedizinischer Behandlung.

Doch Phil-Fiete stellte sich allen Hindernissen, auch wenn sie nicht kleiner wurden: Die Schwierigkeiten bei der Beatmung blieben anfänglich, zudem sorgten die Hirnblutungen dafür, dass der Schädelinnendruck immer weiter anstieg und ein Teil des Gehirns Schaden nahm. Weiter musste zunächst über ein Rickham-Reservoir, später über einen Shunt ein Weg gefunden werden, das Hirnwasser abfließen zu lassen.

Die Familie war 14 Tage nach der Geburt bei uns im Ronald McDonald Haus eingezogen. Über viele Wochen und Monate kümmerten sich Vater Tillmann und die inzwischen genesene
Mutter Stefanie hingebungsvoll um den Kleinen, Bruder Lönne-Finjas war ebenfalls oft mit dabei. Erst lernte Phil-Fiete das Trinken (mit angedickter Nahrung), dann das selbstständige
Atmen und wurde langsam größer. Im Ronald McDonald Haus fand die Familie in dieser Zeit nach eigener Aussage viel Sicherheit und im Kreis anderer betroffener Familien Halt.

Phil-Fiete wird aufgrund des schwierigen Starts viele Einschränkungen behalten. Ende September 2025 durfte er bei einem Gewicht von 3.500 Gramm nach fast vier Monaten mit seiner Familie
schließlich nach Hause. So können alle vier endlich gemeinsam das Leben zu Hause starten und Phil-Fiete kann nun einen Weg in seine Normalität finden.

29.10.25