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Ein kleines Wunder, die Geschichte von Binta und ihrem Papa Musa – eine Geschichte zwischen Gambia und München

Musas unendliche Vaterliebe, verbunden mit einem tiefen Glauben und der daraus wachsenden Hoffnung und Nächstenliebe retteten das Leben der damals 8-jährigen Binta aus Gambia.

Binta und Musa aus Gambia
Binta nach den ersten Untersuchungen
… endlich, die OP war überstanden
Binta testete den Erfolg der OP und entdeckte völlig neue Kräfte
Abhängen mit neuen Freunden
Musa genießt den Austausch mit anderen Familien
Binta schloss viele Freundschaften

Diese in vielen Bereichen unglaubliche, tragische und spannende Geschichte durften wir in den vergangenen zwei Jahren hier im Ronald McDonald Haus München am Deutschen Herzzentrum miterleben. Musa und Binta zogen im Sommer 2018 in unser Haus ein, denn auf Binta warteten viele Termine in der Kinderkardiologie des Deutschen Herzzentrums München. Hinter den beiden lag eine lange Reise, die sie dank einem glücklichen Zusammentreffen von Gambia nach Deutschland führte. Vom ersten Tag an durften alle haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ganz nah an Musas und Bintas Alltagsleben rund um den Klinikaufenthalt teilhaben. Zusammen mit dem tollen Netzwerk der >Lebensbrücke Deutschland< und engagierten Volunteers halfen wir den beiden sich in einem völlig neuen Lebensumfeld zurecht zu finden. Tauchen auch Sie mit uns in die Geschichte von Musa und Binta ein:

2009 kam Binta scheinbar gesund in einem kleinen Dorf in Gambia zur Welt. Beim Husten bekam sie sehr oft Brustschmerzen, ein sehr schneller Herzschlag wurde diagnostiziert, dann schwollen die Fingernägel an, sie hatte blaue Lippen, wurde immer schwächer und hatte kaum Appetit. Bei einer Untersuchung wurde bei der mittlerweile 2-jährigen Binta der Verdacht auf Herzprobleme geäußert und so sollte sie zur Abklärung ins Nachbarland Senegal zum notwendigen Ultraschall. Aus finanziellen Gründen war dies für Musa aber leider nicht möglich. Dank der Unterstützung wohltätiger Personen wurde dann das nötige Geld besorgt, aber das Ergebnis des Ultraschalles war schockierend und deprimierend. Damit eine realistische Überlebenschance bestand, müsste Bintas Herz dringend in Übersee operiert werden. Die Ärzte rieten nach Spanien zu gehen, aber Musas deutsche Unterstützerin in Gambia empfahl ihm Deutschland, da sie in ihre frühere Heimat noch gute Beziehungen pflegt. Diese halfen dann auch den Kontakt zum Deutschen Herzzentrum in München herzustellen.

Aber um diese sehr teure Operation inkl. Reise zu ermöglichen, mussten internationale Hilfsorganisationen kontaktiert werden. Letztlich gelang es unter Federführung der Deutschen Lebensbrücke die inzwischen 8-jährige Binta und ihren Vater im Juli 2018 nach München zu holen. Damals wog das 8-jährige Mädchen knapp 20 kg und war so geschwächt, dass es zur Fortbewegung auf den Rollstuhl angewiesen war. Bereits kurz nach ihrer Ankunft zogen Musa und Binta in unser Ronald McDonald Haus. Während die Beiden mit viel Energie versuchten im Deutschen Alltag anzukommen, begann die Diagnostik im Herzzentrum.

Das Ergebnis der ausführlichen Untersuchung war ebenso negativ wie komplex. Binta hatte drei Löcher im Herzen und eine Fehlstellung der Kammern. Nur ein weiterer Fehler, ein Ventrikelseptumdefekt, ermöglichte es dem kleinen Körper zu überleben. Hinzu kam noch die sehr enge Aorta, so dass keine ausreichende Blutversorgung der Lungen möglich war. Das ernüchternde Fazit der Voruntersuchungen: Binta würde auch nach einer sehr großen und aufwendigen Operation kein „normal“ funktionierendes Herz haben.

Trotz allem, Musas tiefes Vertrauen in das Können der Ärzte sorgte dafür, dass Binta ganz positiv in diese erste, große OP ging. Leider kam es während der 10-stündigen OP zu Komplikationen die im weiteren Verlauf die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig machten. Dieser und die lebensnotwendigen Medikamente müssen allerdings regelmäßig feinjustiert und überwacht werden. Das bedeutete für die Beiden, dass eine Rückkehr nach Gambia unter den momentanen Umständen leider unmöglich ist. Sie müssen in Deutschland, weit weg von ihrer Familie, bleiben.

Durch die ansteckende Zuversicht und ihren Glauben haben die beiden mittlerweile einen engen Freundes- und Unterstützerkreis gefunden. Hierfür sind Musa und Binta unendlich dankbar.

Doch wie erlebten die Beiden die Ankunft und das Leben in einem so ganz anderen Kontinent? Die ersten Monate waren von Arztbesuchen und der großen Sorge geprägt. Als besonders angenehm >normal und lebendig< beschreibt Musa die Atmosphäre in unserem Ronald McDonald Haus. Das hat ihm den Start in Deutschland sehr erleichtert. Er war zunächst ebenso erstaunt wie beeindruckt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit mit der er und Binta in unserem Zuhause auf Zeit aufgenommen wurde. Dank vieler helfender Hände des haupt- und ehrenamtlichen Teams, der guten Organisation und der großen Hilfsbereitschaft, konnten die beiden in einen völlig neuen Alltag finden.

Als wohltuend und stützend erlebte Musa den intensiven oftmals engen Kontakt zu den anderen Eltern und auch Geschwisterkindern, der teilweise bis heute anhält. So konnte Binta nach 2 Monaten endlich ihr starkes Heimweh etwas überwinden – sie vermisste ihre Großmutter so sehr! Aber auch das Team im Haus und die Ehrenamtlichen haben viel zu diesem Wohlgefühl beigetragen. Nicht nur mit dem Frühstücksbuffet jeden Dienstag und dem wöchentlichen Verwöhnabend am Donnerstag, sondern auch den unterschiedlichsten Beschäftigungen wurden die Tage der Beiden kürzer und abwechslungsreicher.

Dazu kamen auch so völlig neue Eindrücke wie der St. Martinsumzug, der Besuch des Nikolaus, Weihnachts- und Silvesterveranstaltungen, Ausflüge mit anderen Familien und Ehrenamtlichen u.a. in die Therme Erding und nebenbei sei bemerkt, dass Binta bei uns auch mit viel Spaß das Radfahren gelernt hat. Dies war für Binta mit einer der größten bzw. sichtbarsten Punkte, dass ihre Operation gelungen war. Vor dem Eingriff wäre Bewegung und Aktivität in diesem Ausmaß nie möglich gewesen.

Bewundernswert war die gute Laune und Fröhlichkeit der Beiden, ihre unglaubliche Bescheidenheit, ihre große Dankbarkeit und Zuversicht, die sie selbst an ganz kritischen Tagen behielten. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass sie schon in Gambia viel Trost und Kraft im christlichen Glauben gefunden hatten.

Zudem immer dankbar für alles, bescheiden und bemüht sich aktiv einzubringen, sei es im Haus selbst oder im Garten: dezent, aber unglaublich hilfsbereit kümmerte sich Musa auch um die Neuankömmlinge, um ihnen den Alltag in unserem Haus zu erleichtern. Binta fand schnell Spielgefährten unter den anderen Kindern, liebte es aber auch mit den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen zusammen die Tische für das wöchentliche Verwöhn-Abendessen einzudecken und stand voller Leidenschaft in der Küche und half beim Kochen - ihr faszinierendes Lächeln und ihre Fröhlichkeit steckten alle an. Ja, Dankbarkeit und Demut, das können wir von diesen beiden Mitmenschen lernen, echt und ehrlich gelebt - ohne viel Aufsehen.

 

Wie geht es für die beiden nun weiter? Die erfreulichste Tatsache, Musa und Binta bleiben unserem Haus eng verbunden. Nicht nur bei den regelmäßigen Kontrollen in der Klinik kommen die beiden zu uns ins Haus. Inzwischen gibt Musa viel zurück, auch wenn die beiden längst in eine eigene Wohnung gezogen sind. Musa unterstützt uns ehrenamtlich und Binta sorgt bei ihren regelmäßigen Besuchen im Haus bei den aktuellen Bewohnern für viel Abwechslung zum Klinikalltag. Wie alle Kinder lernt Binta wegen der Coranakrise eifrig Zuhause, ihre Klassenkameraden und die damit verbundenen sozialen Kontakte vermisst sie aber sehr! Musa absolvierte erfolgreich einige Deutschkurse und hofft nun endlich auf einen Job, denn endlich haben die beiden eine befristete Aufenthaltserlaubnis, was das Ausüben einer beruflichen Tätigkeit möglich macht.

Es bleibt also weiterhin spannend. Dank ihres tragfähigen Netzwerks, ihrer positiven und zuversichtlichen Weise den Alltag zu stemmen sind wir uns aber ganz sicher, dass sie ihren Weg weiter gut meistern und freuen uns, weiter daran teilhaben zu dürfen!

24.04.2020

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