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Johannes war von Geburt an ein fröhliches und aktives Kind. Schon früh zeigte sich seine Begeisterung für Sport und Musik. Doch das Schicksal stellte die Familie vor eine große Herausforderung: Bei Johannes wurde ein schwerer Herzfehler diagnostiziert, der mehrere Operationen am offenen Herzen erforderte.
Insgesamt musste Johannes drei solcher Eingriffe über sich ergehen lassen, bei denen ihm fünf Stents eingesetzt wurden. Die Behandlungszeit erstreckte sich über 15 Wochen, eine Zeit voller Ungewissheit und Sorgen. Trotz der ernüchternden Prognose, dass eine vollständige Heilung nicht möglich sei, gaben die Operationen Johannes die Chance auf ein lebenswertes Leben.
Die Familie rückte in dieser schweren Zeit noch enger zusammen. Vater Manuel pendelte während der ersten Operation zwischen der Meisterschule und der Klinik hin und her – eine logistische Meisterleistung, die für die Familie eine neue Bedeutung von Zusammenhalt und Stärke brachte. Mutter Kristina verbrachte unzählige Stunden im Eltern-Kind-Zimmer und sammelte Trost in den Besuchen von Freunden und Familie. Das Ronald McDonald Haus wurde für die Familie zu einem wichtigen Rückzugsort vom Klinikalltag, der Trost und Geborgenheit bot.
Und obwohl die Prognosen nicht die besten waren, entwickelte sich Johannes körperlich prächtig. Mit nur einem Jahr und drei Monaten machte er seine ersten Schritte, und trotz der medizinischen Herausforderungen ließ ihn seine Leidenschaft für Sport nie los. Er wagte sich in die Welt des Karates, trat der Wasserwacht bei und sang im Kinderchor. Johannes erkennt, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu achten, und nimmt sich bewusst die Pausen, die ihm gut tun.
In dieser schwierigen Zeit war die Familie nicht nur von Ärzten und Pflegekräften umgeben, sondern auch von einem Netzwerk aus unterstützenden Menschen. Der Herzverein >Junge Herzen Bayern< wurde zu einer wichtigen Anlaufstelle, und während der zweiten Operation entstand eine tiefe Freundschaft mit einer Familie aus dem Zillertal. Es sind diese Verbindungen, die den Weg von Johannes und seiner Familie etwas leichter machten.
Ein besonderes Highlight war der Einlauf von Johannes bei einem FC Bayern Spiel – ermöglicht durch die >Aktion Kindertraum<. Dieser Moment, in dem Johannes strahlend und voller Stolz das Stadion betrat, war ein Beweis dafür, dass auch in schwierigen Zeiten wunderschöne Erlebnisse möglich sind.
Es sind jedoch nicht nur die großen Ereignisse, die die Familie prägen, sondern auch die kleinen, unvergesslichen Momente. Ein solcher Moment war der Ultraschall, als die Eltern begannen, für Johannes zu singen, um ihn zu beruhigen – und der Arzt plötzlich einstimmte. Musik, Liebe und ein unerschütterlicher Humor halfen der Familie, selbst in den schwierigsten Momenten das Beste zu sehen. Denn wie Mutter Kristina es so treffend sagte: >Wir haben am Krankenbett immer gelacht, da war alles leichter zu ertragen.<
Die Familie erlebte selbst, wie wertvoll ein unterstützendes Netzwerk ist. Dank der Hilfe von Organisationen und anderen betroffenen Familien fühlten sie sich nie allein. Noch heute unterstützen sie das Elternhaus, um anderen Familien in ähnlichen Situationen beizustehen.
Johannes’ Geschichte ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man selbst in den dunkelsten Momenten mit Hoffnung, Liebe und Humor einen Weg finden kann, das Leben zu feiern. Und vielleicht ist es genau diese unerschütterliche positive Einstellung, die Johannes – der Sportskanone – zu einem echten Vorbild für uns alle macht.
Denn eines steht fest: Johannes gibt niemals auf – und wir sollten uns alle ein Stückchen von seiner Kraft und seinem Mut abschneiden!
18.06.25