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Warum wir kämpfen: Familie Werner erzählt aus ihrem Leben

Der kleine Alian kommt als Frühchen auf die Welt. Aufgrund mangelnder medizin-technischer Ausstattung kann er nicht richtig beatmet werden. Sein Gehirn wird schwer in Mitleidenschaft gezogen, nun kämpft er ums Überleben. Familie Werner erzählt, wie ihnen das Leben im Ronald McDonald Haus hilft und warum sie Alian niemals aufgeben werden. 

Endlich geht es nach Hause!
Der kleine Alian mit seinem Kuschelhasen
Der kleine Alian

Viele der Familien im Ronald McDonald Haus erhalten die schwerwiegende Diagnose, die sie zu einem Aufenthalt in Sankt Augustin führt, bereits in der Schwangerschaft. Sie können sich vorbereiten, Taschen packen und sich von ihren Familien verabschieden. Familie Werner traf es ganz unvorbereitet: In der 28. Schwangerschaftswoche ging Mama Vanessa eines Abends mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus. Mit der Diagnose „Vorwehen“ wurde sie wieder nach Hause geschickt - und zwölf Stunden später mit einer Plazentaablösung in die Notaufnahme eingeliefert. Mutter und Kind überstehen den Notkaiserschnitt, Söhnchen Alian muss reanimiert werden. Danach beginnt für ihn der harte Kampf ums Überleben.

Alian muss beatmet werden. Das Gerät ist jedoch erst für Kinder ab einem Gewicht von zweieinhalb Kilo ausgelegt - für Alian mit seinen 890 Gramm also eigentlich nicht geeignet. "Wir hatten keine Wahl, der Transport in eine andere Klinik wäre zu gefährlich gewesen", erzählt Mama Vanessa. In der Folge wurde der kleine Alian zu schnell beatmet. Das führte zu einer Gehirnblutung, die die Mittelscheidewand und die eine Gehirnhälfte zur Seite drückte. Ein Hydrozephalus, eine Hirnhautentzündung und mehrere Zysten im Gehirn waren die Folgen. Aus ursprünglich zwei Operationen sind nun schon elf geworden.

Über die Weihnachtsfeiertage ging es Alian gut genug, sodass Familie Werner nach Hause durfte. Am 30. Dezember, einige Tage früher als geplant, kamen sie zurück in die Klinik, denn Alian wollte nichts essen. Im neuen Jahr erlitt der Kleine einen Darmdurchbruch. Er musste reanimiert werden, entwickelte eine Lungenentzündung und steckte sich mit der Influenza an.

In dieser schwierigen Zeit lebt Familie Werner im Ronald McDonald Haus. Vanessa, gerade einmal 19 Jahre alt, läuft an vielen Tagen wie ein Sonnenschein an grauen Wintertagen durch die Eingangshalle. Sie lächelt jeden, an dem sie vorbeigeht, freundlich an. Bei der Weihnachtsfeier für das Ehrenamts-Team findet sie nur wertschätzende und liebevolle Worte für die freiwilligen Helfer. Sie bedankt sich im Namen aller Familien für das Engagement. Die Werners sind bei jedem Abendessen, bei jedem Frühstück dabei. Sie nutzen jede Gelegenheit, mit den anderen Familien in Kontakt zu kommen und sich untereinander näher kennenzulernen. "Es ist wie ein zweites Zuhause", sagt Vanessa. "Es war schön, in den Weihnachtsferien zuhause zu sein. Doch dieser Ort gibt uns ein Gefühl der Sicherheit."

Es mag für viele eine schwer zu ertragende Geschichte sein, für Familie Werner ist es der Alltag. Wie man das als frisch gebackene Eltern schaffen kann? "Man wächst da rein", sagt Papa Amien. Wie bei einem gesunden Kind, da wächst man ja auch rein", ergänzt Vanessa. Alian wird für den Rest seines Lebens mit geistigen und körperlichen Einschränkungen leben müssen. Aufgeben ist für die Familie jedoch keine Option: "Ich denke, er hat die vielen Reanimationen nicht grundlos überlebt", sagt Vanessa. Vor der Geburt arbeitete sie in der Pflege/Heilerziehung. "Hätte ich nicht ein eigenes Kind bekommen, hätte ich später selbst ein Kind mit Einschränkungen aufgenommen." Der kleine Alian hat wahre Löweneltern an seiner Seite: "Er ist eben mein Kind. Ich war nicht drauf vorbereitet, in der Schwangerschaft fiel es mir sogar manchmal schwer. Doch seitdem er da ist, hat er mein Herz gestohlen", schließt Vanessa. 

Liebe Familie Werner, wir wünschen Euch alles Gute!

15.02.2020

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