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Jule und Lukas - ein unschlagbares Team!

Die Reise von Jule und Lukas beginnt am 27. Januar 2020, als sich die Zwillinge viel zu früh auf den Weg machen und in der 24. Schwangerschaftswoche ihre wohlige Zwei-Zimmer-Wohnung gegen einen Inkubator tauschen. Ein riesiger Schreck für die Eltern Theresa und Daniel und eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Hier erzählt uns Familie Vau ihre berührende Geschichte.

Jule und Lukas im Glück. Endlich geht es nach Hause!
Zusammen sind die Zwillinge stark

>Nach langen vier Monaten, in denen wir als Eltern stets an der Seite unserer Kinder waren und ihre Kämpfe mit bestritten, durften wir im Mai endlich nach Hause. Schließlich durften wir eine Familie werden und alle vier zusammen sein. Dies war durch die Corona Pandemie leider nicht immer möglich. Wir genossen die Zeit trotz Heim-Monitoring und der Tatsache, dass Lukas eine Trinkschwäche hatte und teilsondiert werden musste. Auch war uns bewusst, dass er noch an seinen Leistenbrüchen operiert werden musste, aber erst wenn er stärker und größer war. Denn die beiden Kämpfer wogen gerade erst 2000 Gramm.

Über Nacht verschlechterte sich Lukas' Zustand zunehmend, so dass wir an einem Dienstagmorgen, nach nur 13 Tagen zuhause, in die Notaufnahme fuhren. Auf dem  Weg ging es ihm immer schlechter und der weitere Verlauf war unklar. Dort standen wir nun und uns fehlte ein Teil unserer Familie. Er wurde notoperiert und die Ärzte kämpften um sein Überleben, während wir mit unserer kleinen Jule auf ein Wunder warteten. Da wir über Nacht nicht bei ihm bleiben konnten, fuhren wir nach Hause, um auch seiner Zwillingsschwester die benötigte Ruhe zu schenken. Doch es war nicht dasselbe ohne ihn und Jule vertrug die Fahrerei nicht. Sie wurde voll gestillt und verbrachte nun erneut jeden Tag mit mir im Krankenhaus.

Leider gab es während der Operationen weitere Komplikationen, die weitere Eingriffe nötig machten und das Krankenhaus organisierte uns einen Platz im Ronald McDonald Haus. Am nächsten Tag zogen wir direkt ein. Wir wurden so freundlich aufgenommen und fühlten uns direkt wohl. Das verspielte Haus mit den vielen tollen Details machte uns nach den anstrengenden Tagen im Krankenhaus das Herz etwas leichter. Wir tauschten Krankenhausweiß und -grün gegen Bunt und Fantasiereich. Wir konnten für kurze Momente die Last auf unseren Schulter vergessen. Das Ronald McDonald Haus wurde zu unserem Zuhause und die Menschen, die dort wohnten, zur Familie.

Ich selbst fand mich mit zwei anderen Müttern zusammen, deren Kinder auch im Perinatalzentrum lagen. Wir aßen zusammen und bestritten zusammen den Weg in die Klinik. Jeden Tag versuchten wir uns gegenseitig ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Alsbald waren wir als >Die Frühchengang< bekannt. Familien kommen und gehen und immer wieder wachsen die Bewohner als Familie zusammen und erleichtern das Leben, welches von Krankheit und Krankenhaus gezeichnet sind. Jeder einzelne dort durchlebt eine schlimme Krankheit oder begleitet seine Angehörigen dadurch. Auch wenn man schlechte Tage hatte und weinte, fand man in diesem Haus das Verständnis von >Gleichgesinnten<. Wir lernten dort Menschen kennen, die zu Freunden wurden. Auch heute noch tragen wir die Erinnerungen an diese 9 ½ Wochen in uns und sind dem ganzen Team dankbar für ihre harte Arbeit und ihre stets positive Einstellung.< 

Das Team unseres bunten Hauses wünscht Lukas, Jule und seinen Eltern alles Gute!

23.03.21