Zusammen schaffen wir das – Ronald McDonald Haus Berlin-Buch
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Unser
Ronald McDonald Haus
Berlin-Buch

Zusammen schaffen wir das

Wenn ein Kind schwer erkrankt, ist meist die ganze Familie betroffen. Natürlich sind Krebs und viele andere schlimme Krankheiten ein Glück nicht ansteckend, doch gerät das familiäre Gleichgewicht völlig durcheinander, kein Alltag ist mehr alltäglich und alles steht Kopf. Und plötzlich hat man nicht nur ein krankes Kind, sondern auch >Schattenkinder<.

Frieda (1.v.l.) gemeinsam mit ihrer Familie: Mama Josi, Papa Patrick und die großen Geschwister & >Schattenkinder< Loki (6) und Lotte (9).
Man muss bekanntlich die Feste feiern, wie sie fallen: Lokis Einschuldung wird zur riesengroßen Party und die ganze Familie genießt das große Ereignis.

>Eine schlimme Dignaose zu bekommen, sie zu ertragen und zu begreifen, ist selbst für Erwachsene nicht einfach<, beschreibt Mama Anne die Situation. >Wie schwierig war es erst für Johanns kleine Schwestern?! Sie haben die Welt nicht mehr verstanden! Umso wichtiger war es für uns alle, dass wir gemeinsam den Kampf gegen den Krebs aufnehmen konnten!<

Dankbar schaut die Familie auf den langen Aufenthalt im Ronald McDonald Haus zurück, der ihnen genau das ermöglichte: Als Familie, alle miteinander, ganz nah beim kleinen Patienten sein. Auch Frieda (Foto) ist schwer an Krebs erkrankt. Mama Josi und Papa Patrick kämpfen, stets an ihrer Seite sind die großen Geschwister Loki (6) und Lotte (9). Egal ob im Ronald McDonald Haus oder in der Oase, überall versuchen sie bewusst als Familie zu leben und miteinander Kraft zu tanken. Lotte hat eine emotional enge Bindung zu ihrer kleinen Schwester, sie unterstütze sie nach einer langen und schweren OP geduldig und souverän mit Motorikübungen, auch Loki ist eine große Motivation für Frieda.

Friedas Erkrankung ist schwerwiegend und steht natürlich oft im Mittelpunkt, doch auch ihre Geschwister haben es nicht immer einfach. Der Fachbergriff bezeichnet sie als >Schattenkinder< und beschreibt das Schicksal all derer gesunden Geschwister, die plötzlich mit solch krankheitsbedingten familiären Veränderungen konfrontiert werden. Oft stehen sie ein Stück weniger im Mittelpunkt oder empfinden dies zumindest so, manche Kinder nehmen sich bewusst zurück, weil sie unsicher sind oder es ihre besondere Art der Zuneigung für das kranke Geschwisterchen zeigt. Das ist völlig normal und nachvollziehbar, jeder Vorwurf an die Eltern wäre falsch und vermessen, bestätigen Ärzte und Psychologen. Und doch macht es etwas mit den Kindern.


In unserem Ronald McDonald Haus und der Oase richten wir bewusst den Blick auf alle betroffenen Kinder, die Familie als Ganzes rückt in den Fokus, es geht um Gemeinsamkeit und bestmögliche Unterstützung. Wie sehr nicht nur die Augen der kleinen PatientInnen leuchten, wenn in der Oase etwas tolles gebastelt wird, man im Haus gemeinsam Kuchen backt oder in der Leseecke mit Mapa und Papa kuschelt. Auch in den Behandlungspausen geben sich Friedas Eltern von Herzen Mühe, Lotte und Loki ganz viel Aufmerksamkeit zu schenken.


Lokis Einschulung im vergangenen Jahr wurde mit einer riesengroßen Party gefeiert und Lotte war so stolz, dass sie gemeinsam mit Mama und unserem Team zum Konzert unseres Schirmherren Adel Tawil eingeladen war. Unsere Erfahrungen im Alltag zeigen uns oft ganz klar: gemeinsam sind die Familien stark und die Nähe der Familie hilft. Und zwar allen Beteiligten.

04.04.24