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Wunsch nach Glückseligkeit

Ein positiver Schwangerschaftstest stellt das Leben einer jeden Familie erst mal gewaltig auf den Kopf. Die Gefühle spielen verrückt und ein Gedankensturm beginnt. Plötzlich ist man nicht mehr nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für ein anderes Leben. Das muss man erst mal sacken lassen.

Zuversicht
Sorge um Ananda
Wunsch nach Glückseligkeit
Anandas Familie übernimmt Teilpatenschaft für die Gemeinschaftsküche

Anfang 2022 wohnten Katja und Max mit ihren Kindern Ananda (1,5 Jahre) und Fidelis (6 Monate) aus Frankfurt am Main in unserem Elternhaus, weil Ananda im Deutschen Herzzentrum zum dritten Mal operiert werden sollte. Während Papa Max die beiden Kleinen im Apartment in den Mittagsschlaf sang, erzählte uns Katja ihre Geschichte: Die Eltern lebten ihren Traum und lernten sich beim Surfen auf Bali kennen. Sie ist Pilotin und er kreiert Gelato-Sorten in seiner eigenen Eisdiele. Wie im Film, könnte man meinen. Der positive Schwangerschaftstest überraschte die beiden dann aber doch.

Anfangs lief alles nach Plan, doch bereits in der Schwangerschaft wurde bei Ananda der komplexe Herzfehler Fallot’sche Tetralogie diagnostiziert. Die Ärzte stellten gute Prognosen in Aussicht, und auch eine Bekannte mit gleichem Herzfehler machte Mut. Klar war, dass eine OP nicht ausreichen würde, darauf stellten sich die beiden frischgebackenen Eltern ein. Der erste Eingriff war mit sieben Monaten vorgesehen, doch Planung und Realität sind zwei verschiedene Paar Schuhe – es sollte alles ganz anders kommen. Im Juli 2020 kam Ananda auf die Welt.

Bereits im ersten Lebensjahr hatte sie zwei Herz-OPs in Gießen. Die erste war sogar so kritisch, dass sie zwei Wochen lang im Koma lag. >Wir wussten nicht, ob sie durchkommt. Sie war nach der OP total aufgeschwemmt und ihr kleiner Körper war voller Schläuche, wir waren total überfordert. Es war der Horror, sie so zu sehen.<, erzählte Katja immer noch sichtlich mitgenommen. >Sie musste schon so viel ertragen und versteht das alles noch gar nicht. Ich möchte ihr so gerne helfen. Das kann ich aber nicht und deshalb fühle ich mich wie eine Verräterin. Das ist wirklich das schlimmste Gefühl überhaupt. Dabei würde ich ihr alles abnehmen, wenn es nur irgendwie ginge. Sie kennt doch nur uns und hat Angst vor der fremden Umgebung und all den Untersuchungen.< Für den nächsten Eingriff im Februar 2022 ist die Familie nach Berlin gekommen. >Vom Deutschen Herzzentrum Berlin erhoffen wir uns, nicht nur eine Nummer zu sein, denn wir kennen dort die Chirurgin persönlich. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Wir möchten unbedingt rund um die Uhr bei Ananda sein und ihr helfen, das durchzustehen. Wir wünschen ihr doch nur, dass sie ein glückliches Leben vor sich hat. Nicht ohne Grund haben wir ihr den Namen Ananda gegeben, denn das bedeutet Glückseligkeit. Aber sie hat so ein großes Paket zu tragen, und das ist einfach nicht fair.< Für die Eltern sind die Sorgen und Ängste kaum auszuhalten. >Darüber zu reden, hilft uns! Wir sind deshalb auch so dankbar, dass wir uns im Ronald McDonald Haus mit anderen Eltern austauschen können.<

Mittlerweile ist die junge Familie wieder zu Hause angekommen und lebt ihren Traum von Glückseligkeit so gut es geht. Die Behandlung im Deutschen Herzzentrum Berlin und damit auch das Zuhause auf Zeit im Weddinger Elternhaus wird aber noch lange in Erinnerung bleiben. Die Familie entschied sich deshalb kurzerhand dazu, eine Teilpatenschaft für die Gemeinschaftsküche zu übernehmen. Die Patenurkunde ziert nun die Wand der familiengeführten Eisdiele PALLINA Gelato. 

28.04.2022