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Ronald McDonald Haus
Erlangen

Yoko – mit halbem Herz und voller Kraft

Wenn sich ein Baby auf den Weg ins Leben macht, sind ganz viele Hoffnungen und Erwartungen, Freuden und Sorgen, Pläne und Träume damit verbunden. Auch Ulrike und Christian, gemeinsam mit ihren beiden ersten Kindern Solveig und Annika, haben sich riesig auf das fünfte Familienmitglied gefreut. Von den ersten Wochen und den damit verbunden Schwierigkeiten berichtet diese Geschichte.

Yoko kämpft sich mit der Hilfe ihrer Eltern durch die Zeit im Krankenhaus.
Nach 95 Tagen geht es für Yoko endlich nach Hause. Weihnachten feiern sie unter dem eigenen Weihnachtsbaum.
Die ganze Familie kann nun erstmal zu Hause die Zeit genießen.

Schon während der Schwangerschaft wurde klar, dass die kleine Yoko etwas Auffälliges am Herzen hat. Die Trikuspidalklappe funktioniert nicht. Nach einigen Arztbesuchen und verschiedenen Expertenmeinungen entscheidet sich die Familie gegen eine pränatale Operation, welche mit hohen Risiken verbunden gewesen wäre. Und so wächst Yoko im Bauch ihrer Mama Ulrike weiter, bis sie sich in der 34. Schwangeschaftswoche entscheidet, dass sie sich nun auf den Weg in diese große Welt machen möchte. Und so kam sie mit 1490 g und einer Größe von 40 cm im Uniklinikum Erlangen zur Welt. Ihre Mama Ulrike ist zwei Tage nach der Geburt von Yoko in Apartment 6 im Ronald McDonald Haus Erlangen eingezogen und fand dort für die nächsten Wochen ihr >Zuhause auf Zeit<.

Die Hauptaufgabe von Yoko war es nun ganz viel an Gewicht zuzulegen, damit die erste von drei Operationen erfolgen konnte. In der Zeit wurde ihr Duktus durch Medikamente offengehalten. Doch nach drei Wochen kam schon der erste Rückschlag. Eine Darminfektion ließ die Gewichtszunahme etwas stocken und Mama Ulrike machte eine besondere Erfahrung: >An einem Tag bin ich kurz nach Hause gefahren, um einen Arzttermin hier wahrzunehmen. Dann kam der Anruf aus der Klinik, dass es Yoko mit ihrer Infektion schlechter ging. Ich bin gleich hingefahren, um wieder bei ihr zu sein und als ich sie auf meinen Bauch gelegt habe, hat sich ihr Darm wieder beruhigt. Da merkt man, wie wichtig für die Kinder die Nähe der Mama ist.<

Meilenstein und Rückschlag

Nach neun Wochen hat Yoko dann ihr Zwischenzielgewicht von 3000 Gramm erreicht und konnte am Herzen operiert werden. Die viereinhalbstündige Operation lief sehr gut und sowohl die Ärzte und natürlich die Eltern waren überglücklich. Doch der nächste Schockmoment ließ nicht lange auf sich warten. Zwei Tage nach der OP sollte Yoko extubiert werden, doch das führte zu unerwarteten Komplikationen. Yoko musste reanimiert werden, die Werte fielen ab, doch die Ärzte konnten den Sonnenschein retten. Zwei Nächte wurde sie an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und danach kämpfte sich Yoko Tag für Tag wieder zurück. Sie wurde kräftiger und erholte sich erstaunlich schnell von den Strapazen der Operation. Yoko ist eben eine Kämpferin mit halbem Herz, aber mit ganz viel Kraft.

Zuhause im Ronald McDonald Haus

Während den 13 Wochen fand Mama Ulrike im Ronald McDonald Haus Erlangen ihr >Zuhause auf Zeit< und konnte dort Kraft tanken, einen Rückzugsort finden, andere Eltern mit einem ähnlichen Schicksal kennenlernen und fühlte sich von der ersten Minute an willkommen. > Noch nie wurde ich irgendwo so herzlich von wildfremden Leuten empfangen.<, erinnert sich Ulrike an ihren ersten Tag im Ronald McDonald Haus, > Da wird eine Liebe transportiert, die bedingungslos ist und in der schwierigen Situation gibt es einen Ort der hell, freundlich und wohltuend ist. Abends konnte ich sagen, dass ich nach Hause gehe und ich wusste, dass dort immer leckere Muffins oder andere Aufmerksamkeiten auf mich warten. Beim Frühstück wurde ich bedient! Das kennt man als Mama sonst eigentlich nicht. In allem erlebte ich eine verbindliche Offenheit.<

Auch für Papa Christian war das Ronald McDonald Haus ein wichtiger Anlaufpunkt. Auch wenn er abends nach Hause fuhr, um bei Solveig und Annika sein zu können, war die Küche ein Ort, wo die Erlebnisse des Tages verarbeitet werden konnten und der Kaffee genügend Energie für die Heimfahrt spendete. > Ich konnte guten Gewissens nach Hause fahren, weil ich wusste, dass sie dort gut aufgehoben ist.< Und so konnte Christian in ihrem Zuhause in Schwabach bei den großen Schwestern von Yoko sein und dort die Herausforderungen, die der Familienalltag mit sich bringt, managen. Und zum Glück hat Familie Schuster viele Freunde, die in dieser schwierigen Situation einfach da waren, die Kinder nach dem Kindergarten oder der Schule mit nach Hause genommen haben oder andere ganz praktische Hilfe angeboten haben.

Vor Weihnachten nach Hause

Am 16. Dezember war es dann endlich soweit und Familie Schuster durfte nach Hause gehen. Nach 95 Tagen mit vielen Hochs und Tiefs konnten Annika und Solveig endlich ihre kleine Schwester persönlich kennenlernen und Yoko ihr erstes Weihnachten in ihrem richtigen Zuhause feiern. Was bleibt sind viele Erinnerungen an die Zeit im Ronald McDonald Haus. So ist das Fazit von Ulrike: >Ohne das Ronald McDonald Haus hätte ich es nicht geschafft und Yoko hätte es auch nicht geschafft.<

Der Kampf ist noch nicht zu Ende

Es stehen noch weitere Operationen an. Die Herzkammer wird so verändert, dass Yoko am Ende ein Einkammerherz haben wird. >Du liebst dieses Kind<, sagt Christian, >und jeder einzelne Tag ist ein großes Geschenk. Wir kämpfen weiter und Yoko entwickelt sich toll. Sie ist ein Sonnenschein trotz all der Dinge, die sie in ihrem kurzen Leben schon durchgemacht hat.< 

Familie Schuster hat auch dem Haus noch ein großes Geschenk zum Abschied gemacht. Die Firma von Christian Schuster hat die Patenschaft für das Apartment von Ulrike für die nächsten drei Jahre übernommen und unterstützt so andere Familien, die in Zukunft ein Apartment im Ronald McDonald Haus finden, während ihre Kinder in der benachbarten Klinik behandelt werden.

Wir wünschen Familie Schuster und vor allem der kleinen Kämpferin Yoko alles erdenklich Gute.

15.03.2022