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Wünsche, Waffeln, W-Lan - Ein fröhliches Wiedersehen in der Oase

Während der langwierigen Krebstherapie im Kinderkrankenhaus ist er immer für die Patienten und deren Familien da: der katholische Seelsorger Klaus Rüggeberg. Auch darüber hinaus fühlt er sich noch immer mit seinen Schützlingen verbunden. Einmal im Jahr veranstaltet er deshalb eine Wiedersehensfeier für alle ehemaligen Patienten, die zwei Jahre zuvor den Krebs besiegt haben.

Klaus Rüggeberg mit seinen ehemaligen Schützlingen Intissar und Linda.
Klaus Rüggeberg mit seinen ehemaligen Schützlingen Intissar und Linda.
Leonie und ihr Papa
Leonie und ihr Papa freuen sich über ein Wiedersehen in der Oase.
Fröhliche Stimmung und Gitarrenmusik.
Fröhliche Stimmung und Gitarrenmusik.

Langsam füllt es sich und ein unwiderstehlicher Duft von frisch gebackenen Waffeln zieht durch die Ronald McDonald Oase. Da geht erneut die Tür auf: „Ah, wer kommt denn da? Ich glaube es ja nicht! Und wie lang deine Haare sind!“ Voller Freude läuft Klaus Rüggeberg auf die kleine Leonie zu, die mit ihren Eltern und ihrer Schwester zur Wiedersehensfeier in die Oase gekommen ist. Vor zwei Jahren hat sie ihre Krebstherapie erfolgreich abgeschlossen und muss seitdem nur noch zu ambulanten Routineuntersuchungen ins Krankenhaus. 

„Sobald die Patienten ihre stationäre Therapie beendet haben, sehe ich sie danach eigentlich nicht mehr“, so der Klinikseelsorger. „Es ist immer schön zu erfahren, was aus den Kindern und Jugendlichen geworden ist, die man so intensiv über einen längeren Zeitraum begleitet hat.“ Auch Linda ist der Einladung in die Oase gefolgt. Begleitet wird sie von ihrer Mutter, die die Oase in guter Erinnerung behalten hat: „Während der Therapie durfte Linda die onkologische Station wegen des Ansteckungsrisikos nicht verlassen. Doch immer wenn es die Zeit zuließ, habe ich mir einen Kaffee in der Oase gegönnt. Frisch gestärkt konnte ich danach wieder für meine Tochter da sein“, so Lindas Mutter. „Es ist schön, dieses Mal mit Linda zusammen hier sein zu können.“ 

Klaus Rüggeberg ist es ein besonderes Anliegen, dass die ehemaligen Patienten und ihre Familien miteinander ins Gespräch kommen. Gemeinsam mit seinem Team hat er einen kleinen Parcours durch die Oase aufgebaut.  An verschiedenen Stationen können die Patienten von Erlebnissen, Wünschen und Erfolgen der vergangenen zwei Jahre berichten. 

„Was war euer erster Gedanke, als ihr hergekommen seid?“, fragt der Klinikseelsorger und blickt gespannt in die Runde. „Hoffentlich gibt’s W-Lan“, rutscht es Linda sofort raus, doch kichernd fügt sie hinzu, dass sie froh ist hier zu sein: „Als Gast, nicht als Patient.“  An einer weiteren Station berichten die Kinder und Jugendlichen von ihren größten Erfolgen. Intissar ist stolz darauf, dass sie trotz der langen Abwesenheit die Klasse nicht wiederholen musste. Leonie hat das Seepferdchen gemacht. Und Lotta hat mit ihrer Cheerleader Gruppe den 4. Platz bei der Deutschen Meisterschaft belegt. Aber auch auf ihre kleine Schwester ist Lotta mächtig stolz. Sie ist letztes Jahr geboren worden und macht gerade ihr Mittagsschläfchen im Kinderwagen. Ein anderes Geschwisterkind, das innerhalb der vergangenen zwei Jahre geboren wurde, flitzt bereits durch die Oase. „Es ist doch ein wunderschöner Ausdruck von Zuversicht in das Leben, wenn Eltern nach einem schweren Schicksalsschlag weitere Kinder bekommen“, freut sich Klaus Rüggeberg. „Es ist interessant zu erfahren, wie die Krankheit die Sichtweise auf das Leben verändert.“ Das hat oft etwas Positives, wie die Mutter von Intissar berichtet: „Wir leben ganz anders als vor der Krankheit. Wir genießen das Leben und sind einfach unendlich dankbar für die ganze Fülle, die das Leben uns gibt.“ 

Wir wünschen allen ehemaligen Patienten alles erdenklich Gute für ihre Zukunft und freuen uns immer über ihren Besuch in der Oase. Als Gast natürlich – nicht als Patient.

06.03.18