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Geschafft - endlich daheim! Die Geschichte der kleinen starken Ava

Alles hat seine Zeit - auch das Gesundwerden. Erst konnte Ava Pauline es gar nicht erwarten, das Licht der Erde zu erblicken und kam vier Wochen zu früh auf die Welt. Dann gab es unerwartete Komplikationen und es brauchte über fünf Monate und einen langen stationären Aufenthalt im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, bis es für das kleine Mädchen und ihre Eltern endlich nach Hause nach Wester-Ohstedt in Schleswig-Holstein ging, wo der große Bruder Jonne sie schon sehnsüchtig erwartete. 

Kleine starke Ava - gerade mal zwei Monate alt!
Monique und ihre kleine Tochter
Endlich... der große Bruder darf endlich, das erste Mal, seine kleine Schwester im Arm halten.
Heilig Abend: Ausnahmsweise durften Monique und Kevin, Avas Eltern, nach 22 Uhr noch einmal auf die Station zu ihrer Tochter!
So klein, und doch soviel Kraft und Energie in dem kleinen Mädchen.
Endlich ohne Schläuche!

Im Spätsommer 2020 freuten sich Monique und Kevin Hansen riesig auf die Geburt ihrer Tochter, die Anfang 2021 auf die Welt kommen sollte. Und Jonne, zehn Jahre alt, freute sich riesig, endlich ein großer Bruder zu werden. Alle drei orakelten schon, ob die Geburt vielleicht etwas früher losgehen würde, irgendwann rund um Silvester vielleicht... als errechneter Geburtstermin stand der 9. Januar 2021 fest.

Doch es sollte ganz anders kommen. Nach drei Fruchtwasserpunktionen stellten die Ärzte in der 26. Schwangerschaftswoche fest, dass etwas nicht stimmte. Schnell entschieden sich die behandelnden Ärzte, dass dies ein Spezialfall sei, und überwiesen die werdende Mutter direkt in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Dort wurde die 35-Jährige mit einer von drei Fruchtwasserpunktionen behandelt, um die Schmerzen und den Druck des Fruchtwassers zu nehmen. Ab der 33. Schwangerschaftswoche musste die junge Frau dann stationär aufgenommen werden und erhielt erst einmal Wehenhemmer. Ziel war es, dem Baby noch so viel Zeit wie möglich im schützenden Körper der Mutter zu ermöglichen.

Keine leichte Zeit für die junge Familie, für keinen von ihnen: Monique lag alleine auf der Station und durfte wegen der strikten Corona-Hygienevorgaben der Klinik keinen Besuch erhalten. Auf einmal waren die beiden >Jungs<, Kevin und sein Sohn Jonne, allein zuhause. Alle drei versuchten, bestmöglich durch den Alltag zu kommen. Fast hatte sich in dem neuen Alltag schon Routine eingestellt, da klingelte am 9. Dezember um 4.00 Uhr nachts das Telefon – keine weiteren Verzögerungen, bitte schnell nach Hamburg kommen, die Geburt ginge los.

Kevin Hansen gab Gas und um 9.30 Uhr war auch Pauline da, 2.860 Gramm schwer, 44 cm groß. Doch leider wurde der bereits erwartete Befund Realität. Das kleine Mädchen hatte eine angeborene Fehlbildung der Speiseröhre, die bei etwa einer von 4.000 Geburten vorkommt. Hierbei ist die Verbindungzwischen Mund und Magen durchbrochen. Nicht schön, aber dank modernster Medizin und OP-Technik gut behandelbar. Nur, damit ein Neugeborenes den Eingriff gut übersteht, muss das Baby ein Mindestgewicht erreicht haben. Und das hatte Ava längst noch nicht. Ihr großer Bruder Jonne würde sich noch lange gedulden müssen, seine kleine Schwester kennenzulernen.

Am 11. Dezember, zwei Tage vor dem dritten Advent, durfte Frau Hansen die Wochenstation verlassen und die Familie checkte erst einmal im Ronald McDonald Haus ein. Als Monique und ihr Mann Kevin den bereits festlich geschmückten Gemeinschaftsraum betraten, kamen Tränen. Zuviel war geschehen und passiert. Ein, zwei Tage brauchte es um Energie aufzutanken, sich zu sammeln und ein klein wenig zu entspannen, dann kam die Kämpfernatur der Familie zum Tragen. Alles anders als geplant, aber, dann doch o.k. Während der Woche arbeitete Kevin in Wester-Ohstedt, am Wochenende aber kam er dann mit seinem Sohn zu Besuch nach Hamburg. Die neuen digitalen Zeiten machten auch Elternsprechstunden von der Robert-Koch-Straße aus mit Jonnes Klassenlehrerin möglich. Alle drei fieberten jedoch, wann die kleine Ava endlich genug Gewicht für die entscheidende Operation haben würde. In dieser Zeit war viel Geduld erforderlich, doch die Gemeinschaft im Ronald McDonald Haus brachte die Familie auch in unerwarteten Kontakt mit einer anderen Mutter, deren Sohn auch eine Anamolie der Speiseröhre hatte. Obwohl dies so selten vorkommt - eine von 4.000 Geburten - waren nun auf einmal zwei Familien beieinander, die dasselbe Schicksal teilten. Doch dann kam wieder alles anders. 

Kurz bevor die so lange geplante OP Anfang Februar 2021 stattfinden sollte, begann sich plötzlich Avas Gesundheitszustand dramatisch zu verschlechtern. Symptome, die sich erst keiner so richtig erklären konnte, die dann aber glasklar als eine schwere Blutvergiftung und eine Dickdarmentzündung diagnostiziert wurden. Es folgten 14 Tage Bluttransfusionen, die das mittlerweile zwei Monate alte Mädchen im künstlichen Koma durchlebte. Auch wenn die Ärzte zu dem Zeitpunkt selber nicht so ganz daran glaubten: Ava, deren Name auch >Die Starke< bedeutet, schaffte es - und zwar richtig gut. Sie erholte sich schnell von der Entzündung, kam zu Kräften und konnte dann endlich am 16. April operiert werden. Bei dieser großen OP wurde eine Verbindung zwischen dem Magen und der Speiseröhre erstellt. Ein schwerer Eingriff, aber wenn man von Natur aus stark ist, dann schafft man auch das ganz locker! 

Mittlerweile ist die Familie längst wieder zusammen zuhause. Beide Eltern sind sich aber sicher: Ohne das Ronald McDonald Haus hätten sie diese schwere Zeit nicht so überstanden. Für rund 3,5 Monate wurde ihr kleines Apartment zu einem Zuhause. Übrigens, der Supermarkt zur linken Seite des Hauses, also eine feste Nachbarschaftsinstitution, wurde im März zum Austragungsort von Monique Hansens Geburtstagsfeier. Besucher waren Corona-bedingt im Ronald McDonald Haus nicht erlaubt, aber ihre Eltern ließen es sich nicht nehmen, an ihrem Ehrentag mit einem Camper vorzufahren und ihre Tochter zu einem Ausflug ins Alte Land zu entführen. Abends feierte sie dann mit ihren Eltern (zwei Haushalte) im Campingbus mit Pizza vom leckersten Italiener in der Robert-Koch-Straße >Bei Mario<. Was will man mehr? So fasste sie schnell den Entschluss aus tief empfundener Dankbarkeit dem Ronald McDonald Haus etwas zurückzugeben: Sie rief über Facebook eine Spendenaktion ins Leben. Statt Geschenken eine Spende für >ihr< Zuhause auf Zeit. Zusammengekommen sind stolze 380 Euro. 

Das Team des Ronald McDonald Hauses sagt, DANKE und wünscht allen Vieren alles Gute für weitere Zukunft!

23.06.21