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Ronald McDonald Haus
Aachen

Anna: Ein Blick zurück. Und nach vorn.

„Es ist der 25. April 1996, als meinen Eltern das mitgeteilt wird, was ihr Leben in den nächsten Monaten bedeutend beeinflussen wird. Die damalige Untersuchung ist bei ihnen auch heute noch präsent und ich habe das Gefühl, mit im Behandlungszimmer zu stehen, wenn meine Mutter mir erzählt, wie man während der Schwangerschaft feststellte, dass etwas nicht in Ordnung war.

Anna heute
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Anna damals
Anna damals

Dieser Tag gab schließlich Aufschluss über die genaue Diagnose: Dextro-Transposition der großen Arterien – ein seltener angeborener Herzfehler, bei dem die Aorta mit dem rechten und die Lungenarterie mit dem linken Ventrikel des Herzens verbunden ist. Daher sind Lungen- und Körperkreislauf getrennt, was, wird die Fehlbildung nicht behoben, mit dem Leben nicht vereinbar wäre.

Die Tür zu einer der schwersten Zeiten meiner Eltern aufzustoßen, ist mit vielen Emotionen und langen Gesprächen verbunden, und man meint, in all den Dokumenten zu versinken, die sich über die Jahre bezüglich meines Herzfehlers angesammelt haben und alle Platz in einem Ordner mit der Aufschrift ››Krankenakte Anna‹‹ finden. Die nächste Zeit war von etlichen Recherchen und Überlegungen geprägt. Eine Empfehlung von Eltern, deren Kind ein Jahr zuvor einen identischen Herzfehler aufwies, der in Aachen erfolgreich korrigiert wurde, gab den Ausschlag, auch selbst für die Behandlung dorthin zu gehen.

Am 11. September kam ich zur Welt, bereits fünf Tage später fand die Operation statt. Es dauerte ungefähr fünf Stunden, bis der Fehler behoben war. Während der drei Wochen, die ich im Krankenhaus zur Genesung und Beobachtung bleiben musste, verbrachte meine Mutter die Zeit im Ronald McDonald Haus in unmittelbarer Nähe zur Klinik, wo sie sich mit anderen Müttern austauschen und Besuch empfangen konnte und wo ihre Sorgen und Anliegen stets Anklang fanden.

Heute bin ich 18 Jahre alt und damit eines der ersten Kinder, für deren Familien das Ronald McDonald Haus Aachen ein Ausgleichsort zur schwierigen Realität im Krankenhaus bot. Dass meine Familie und ich in den ersten Tagen meines Lebens eine schwere Zeit durchmachten, ist heute nur noch an der gut verheilten Narbe zu sehen, auf die ich hin und wieder angesprochen werde. Mein erfolgreich korrigierter Herzfehler wird mich also immer begleiten und ist ein Teil von mir. Aber dennoch kann ich nicht sagen, dass mich der durchaus komplizierte Start ins Leben in irgendeiner Weise negativ beeinflusst hat. Oft habe ich das Gefühl, dass er mich Erlebnisse, wie den dreiwöchigen Kanada-Aufenthalt, den ich 2013 nach langer Zeit des Wünschens endlich verwirklichte, mehr wertschätzen lässt. Letztes Jahr habe ich mein Abitur gemacht, und im Oktober trete ich das dritte Semester des Studiengangs European Studies in Osnabrück an, wo ich seit Oktober letzten Jahres in einer WG lebe. Vor zwei Wochen habe ich meinen Führerschein gemacht, ein weiterer großer Schritt in die Selbstständigkeit.

Ich bin wirklich unglaublich gespannt, was die Zukunft bereithält. Schon lange musste nichts mehr in meine Krankenakte eingeheftet werden – sie dient heute eher als Zeichen dafür, dass sich nahezu alles, nach einer unüberbrückbar scheinenden Zeit, zum Guten wenden kann.“

08.10.2015

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